Mit Hunden sprechen: Was verstehen sie?

Wir teilen unsere Welt mit unseren Hunden. So auch unsere Gewohnheiten und Kommunikation. Hin und wieder sind wir erstaunt, was unser Vierbeiner alles versteht und was er auch nicht „hört“, obwohl wir es scheinbar intensiv trainiert haben. Deshalb: Wie verstehen uns eigentlich unsere Hunde? Wie kommunizieren sie mit uns? Und was sollte man am besten bei der Wahl des passenden Hundenamens beachten?

Für den Hund sprechen wir sicherlich den ganzen Tag irgendetwas. Vielleicht ist es für ihn so wie für uns, wenn das Radio nebenbei läuft. Deshalb ist man komplett erstaunt, wenn die Fellnase dann inmitten dieses Redeallerleis etwas für sie Wichtiges mitbekommt, obwohl sie gerade im Körbchen vor sich hinzudösen scheint. Gestern beispielsweise im Büro: Den ganzen Tag spreche ich mit meinem Kollegen, plötzlich sage ich in einem ganz unspektakulären Tonfall zwischendurch und nebenbei: „Wann wollen wir eigentlich mit den Hunden gehen?“ Sofort ist Wilson hellwach und steht heftig wedelnd vor mir. Eigentlich ist für ihn das Signalwort „Gassi gehen“, wenn es sich um den täglichen Mittagsspaziergang geht. Ich interpretiere das mal so: Er merkte mit seiner inneren Uhr schon, dass es nun langsam Zeit für seine Gassirunde sein müsste, war schon mal sehr aufmerksam und beobachtete uns. Und anscheinend formuliere ich das gegenüber meinem Kollegen immer so ähnlich – jeden Tag. Jetzt kam diese Formulierung, die Dinge passten für ihn zusammen, und er merkte: Das muss mich betreffen. Es ist schon erstaunlich, wie gut uns unsere Hunde beobachten. Sie begeben sich in eine Abhängigkeit unseres Verhaltens und nutzen es für ihre Bedürfnisse sehr gekonnt. Bestätigt man das noch – was wir natürlich getan haben, da wir dann wirklich nach draußen gegangen sind –, merkt er es sich noch besser.

Man weiß, dass Hunde untereinander gar nicht vorrangig über ihre Stimme bzw. das Bellen oder Knurren kommunizieren, sondern viel mehr über ihre Körpersprache, ihre Mimik und Gestik. Das sind häufig winzige Kleinigkeiten, auf die wir Menschen gar nicht achten und die wir auch häufig gar nicht deuten können, wie beispielsweise die Veränderung im Ausrichten der Ohren oder der Körpergröße, Variationen der Kopfhaltung, Rutenstellung, Stellung der Augenbrauen, des Blicks – auch der Pupillengröße – oder der Mundwinkelstellung. Die feinen Bewegungen des Hundegesichts und die mimische Ausdrucksweise des Blicks sind hier ganz entscheidend. Mit Übung und im Laufe des Zusammenlebens kann man diese Sprache nach und nach etwas verstehen, darauf reagieren und sie evtl. sogar selbst nutzen. Das bekannteste Beispiel ist hier sicherlich die sogenannte Beschwichtigungsgeste: wie Mund lecken, Kopf zur Seite drehen oder blinzeln. Probiert es mal bei eurem Vierbeiner aus. Es ist verblüffend, wie das auch von Mensch zu Hund funktioniert.

Wie können wir aber nun mittels Sprache gut mit dem Hund sprechen? 

Klar ist: Hunde verstehen unsere Worte nicht. Es sei denn, es handelt sich um erlernte Befehle wie beispielsweise „Sitz“ oder „Bleib“. Man kann aber seine menschliche Stimme bewusst hündisch einsetzen und so mit dem Hund „sprechen“. Das können wir am besten mit unserer Stimmlage, dem Tonfall und dem Klang unserer Worte tun. Besonders erfolgreich ist unsere Ansprache, wenn der Hund in erster Linie etwas Positives damit verbindet.

Der Ton macht auch hier die Musik. Hunde achten sehr genau darauf, ob wir es fröhlich, fordernd oder ernst meinen, was wir sagen. Dabei müssen wir nicht laut reden. Zu laute Geräusche, wie insbesondere unser Schreien, verursachen beim Hund eher Schmerzen, da er über ein viel feineres Gehör als wir verfügt. Indoor ist in jedem Fall bitte Zimmerlautstärke angesagt.

Die Ansagen sollten wir kurz und prägnant halten. Ideal ist es, wenn wir gelernte Befehle oder Signalwörter, die der Hund kennt, in dem Gesagten verbinden – und das im passenden Tonfall. 

Beispielsweise freundlich: „Komm in dein Körbchen.“

Manchmal ist auch eine konsequent und für den Hund nachvollziehbare Handlung und Körperhaltung ganz ohne Worte erfolgreicher.

Neben unseren Worten und dem Klang unserer Stimme sind unser Verhalten und unsere Körperhaltung wichtig für die Fellnase. Am besten funktioniert das Verständnis, wenn für sie alles logisch zusammenpasst. Wenn wir beispielsweise mit Worten loben, uns dabei aber ungewollt bedrohlich über den Hund beugen, ist das einfach missverständlich. 

Ein Tipp zu Befehlsworten: Wählt diese von Beginn an klar und eindeutig! Ihr solltet diese Befehle bzw. Kommandos nicht häufig im Alltag einfach mal so zwischendurch sagen: Z.B. ist vielleicht „Hier“ besser als das übliche „Komm“, wenn ihr für den Abruf trainiert. Oder als Belohnung ist vielleicht „Prima“ besser als „Fein“, da das Wort „Fein“ sehr nahe am üblichen Abbruchsignal „Nein“ ist. Möglicherweise ist als Abbruchsignal „Schluss“ eindeutiger für euren Hund zu erlernen.

Noch ein lustiges zufälliges Beispiel aus unserem Rudel. Einer von uns sagte mal in einem fröhlichen Tonfall das Wort „Strawberry Margarita“ und ging anscheinend zur Haustür, um einem Gast zu öffnen. Vielleicht gab es dieses köstliche Getränk danach. Ab diesem Zeitpunkt merkte sich Kira das Wort „Strawberry Margarita“, den Tonfall und verband es damit, dass jemand kommt. Besuch ist immer klasse! Sagten wir später „Strawberry Margarita“ in fröhlichem, aufforderndem Ton, rannte Kira voller Freude und schwanzwedelnd zur Tür. Sting schaute sich das ab, und dann machten es beide. Weil wir es lustig fanden und uns freuten, belohnten wir die beiden dann noch mit unserer Reaktion, und das Gelernte blieb.

Hunde lernen durch Verknüpfung

Unsere Vierbeiner sind sehr gute Beobachter. So können sie am besten lernen, wenn sie beispielsweise einen Satz, einen Tonfall und eine Handlung, die wiederkehrt, miteinander verbinden. Wird dieses dann noch durch etwas Positives „belohnt“, z.B. ein Leckerli, Spielen oder auch wenn Besuch kommt, erlernen sie es schneller. Spielerisch lernen Hunde nachweislich am besten. Sie lernen vorwiegend in Bildern und kontextbezogen.

Babysprache passt!

Hundebesitzer reden mit ihren Tieren häufig mit hoher, fröhlicher Stimme fast unbewusst wie mit Babys: „Mein Kleiner, das hast du aber feiiiiiin gemacht!“, wenn der Welpe beispielsweise auf dem Rasen sein Geschäft erledigt und nicht auf dem heimischen Teppich. Forscher haben nun herausgefunden, dass Hunde diese Babysprache lieben. Man beobachtete, dass gerade Welpen aufmerksamer und verbundener zu ihrem Menschen sind, wenn man mit ihnen in dieser übertriebenen Weise spricht. Alex Benjamin und Katie Slocombe bestätigten dies im Journal „Animal Cognition": Das Sprechen in Babysprache kann die Bindung zwischen Mensch und Hund verbessern. Also schämt euch nicht dafür, wenn ihr das tut.

Kuscheln und Quatschen

All diese gezielte Sprache mit eurem Hund bedeutet natürlich nicht, dass ihr das entspannte Erzählen mit eurem Vierbeiner nicht tun solltet. Hunde können wunderbare Zuhörer sein und auch Trost spenden. Wenn ihr gemeinsam kuschelt, und ihr erzählt in entspannter Stimme eurer Fellnase, was euch beschäftigt, wird sie schnell verstehen, dass ihr nichts fordert, und wird sich mit euch verbunden fühlen. Manche Vierbeiner fühlen sich sogar wichtig und hilfreich. Und es tut doch einfach dem Hundemenschen gut und unterstützt die besondere Beziehung zwischen euch, oder?

Tipps zur Wahl eines perfekten Hundenamens

Der Hundename ist ebenfalls ein wichtiges Signalwort für euer Tier. Ist es euch wichtig, dass ihn der Vierbeiner gut verstehen und sich merken kann, solltet ihr diese Dinge wissen:

1. Ideal sind zweisilbige Hundenamen. Sie sind nicht zu kurz und nicht zu lang: z.B. „Balou“

2. Man weiß, dass Hunden als Anfangsbuchstaben oder Lautkombinationen „s“, „sch“, „ch“ oder „k“ gefallen. Wichtiger soll aber sein, dass der Hundename auf einen Vokal endet: „a“, „e“, „i“, „o“ oder „u“ – z.B. „Kira“.

3. Wählt den Hundenamen so, dass er einem wichtigen Kommando oder Signalwort nicht zu ähnlich ist. Beispielsweise sind „Fritz“ und „Sitz“ oder „Matz“ und „Platz“ für den Vierbeiner nicht wirklich auseinander zu halten. Differenziert dann evtl. das Kommando, statt „Platz“ geht auch „Abliegen“.

4. Ändert den Hundenamen möglichst nicht mehr ab. Verwendet ihn zwar konsequent, aber nicht inflationär. Verbindet ihn möglichst klar mit einem Kommando, wenn ihr etwas von der Fellnase umgesetzt haben möchtet. Um mit der Wahl sicher zu sein, könnt ihr den Namen zuvor in eurem Familienkreis testen. Jedes Mitglied sollte ihn zuvor ein paarmal laut rufen, ob er gut im Alltag funktioniert. Müsst ihr ihn dennoch später noch einmal ändern, bleibt dem Klang und den Lauten nach nahe am ursprünglichen Namen.

5. Wählt einen nicht zu komplizierten und ausgefallenen Hundenamen und auch nicht so, dass er euch beim Rufen peinlich werden könnte. Zuchtnamen sind häufig speziell und lang, deshalb kann es sinnvoll sein, gleich einen Rufnamen für das neue Familienmitglied auszusuchen.

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