Hund und Liebe: Mehr Nähe durch Raum lassen und ein besseres gegenseitiges Verständnis.

Sicherlich würden alle, die gerade beginnen, diesen Blogbeitrag zu lesen, sagen, dass sie ihren Hund lieben. Aber als Hundemensch fragt man sich auch manchmal: Beruht das eigentlich auf Gegenseitigkeit, und wie zeigt man seinem Hund seine Liebe? Liebt der eigene Hund einen denn auch, oder ist man halt der, der füttert? Wie verhält sich der Hund, wenn er die Nähe und insbesondere das Kuscheln gerne hat? 

Ähnlich wie bei menschlichen „Liebesbeziehungen“ ist keine wie die andere, kein Paar agiert immer gleich liebevoll und mag die gleichen Dinge. Genauso wie der Mensch kann ein Hund negative Gefühle wie Angst, Schmerz, Trauer und Verlust, aber auch intensive positive Gefühle wie tiefe Zuneigung und Verbundenheit, was wir Menschen kurz „Liebe“ nennen, empfinden und zeigen. Aber halt anders als wir Menschen. Hunde kommunizieren fast ausschließlich über Körpersprache. So auch bei Zu- oder Abneigung. Das sind oft ganz kleine Gesten, die wir Menschen leicht übersehen. Je länger man mit seiner Fellnase zusammenlebt, desto besser versteht man seinen Hund und kann ihn lesen. Außerdem ist jeder Hund anders und mag eine andere Form und Intensität der Zuneigung.

Dies liebevoll zu entdecken, ist wunderbar.

Unsere Kollegin Melanie hat uns zum Thema Unterschiedlichkeit diese kleine Geschichte von ihren vier Labradoren erzählt:

„Obwohl sie alle vier einer Hunderasse angehören, aus verwandten Zuchtlinien stammten und alle bei uns seit ihrer 8. Lebenswoche aufgewachsen sind, verhielten und verhalten sich die vier komplett anders, und ich konnte bzw. kann sie im Dunklen auseinander halten ?. Tilmann, unser Kuschelmonster, beispielsweise liebt nahezu jeden Menschen sehr intensiv und über alle Maßen freudig. Er hat null Berührungsprobleme. Es sein denn, man will etwas „Medizinisches“ wie Ohrensäubern oder eine Untersuchung beim Tierarzt von ihm, dann windet er sich wie ein Aal und kann auch schon mal echt doof werden. Unsere Hündin Kira war hingegen sehr stolz. Sie suchte sich ganz genau aus, wen sie wirklich mochte. Neben uns hatte sie in unserem Verwandten- und Freundeskreis ihre absoluten Top 3 Lieblingsmenschen. Sie freute sich dann so sehr und laut, dass wir uns kaum noch verständigen konnten. Bei Tierarztterminen und notwendigen medizinischen Maßnahmen oder Zeckenentfernung ertrug sie alles mit stoischer Ruhe und Würde. Es wäre unter ihrem Niveau gewesen, auch nur einen Mucks von sich zu geben. Sie kommunizierte fast nur über ihren Blick, was sie gut fand und was gar nicht. So unterschiedlich waren beide auch beim Kuscheln. Kira liebte es, am Rücken und Po ewig gekrault zu werden, aber bitte nicht drücken und kuscheln. Tilmann liebt drücken und kuscheln in jeglicher Form wie Bolle. Je enger, je lieber. Rückenstreicheln findet er etwas für Anfänger…“

Wie merkt man, was der Hund an Kuscheleinheiten leiden mag?

Ein Hund ist kein Kuscheltier wie ein Stofftier oder Spielzeug. So ist es doch sehr verständlich, dass wenn der Hund in seinem Körbchen liegt und schläft, er nicht unbedingt gestreichelt werden möchte. Nicht von den eigenen Menschen und auch nicht von Besuchern. Nicht alle Hunde wollen den ganzen Tag geknuddelt werden. Dennoch sind Nähe und Anschluss zum Rudel – also auch zur menschlichen Familie – für den Hund extrem wichtig. In der Nähe sein muss also nicht kuscheln bedeuten. Wie merkt man nun, was die Fellnase wirklich an Nähe gut findet und tatsächlich leiden mag?

Kurz: durch Beobachtung. Man kann das auch gezielt ausprobieren. In entspannter Atmosphäre setzt man sich ganz leger mit seinem Hund auf den Boden. Wichtig ist dabei, dass der Hund nicht eingeengt ist. Generell sollte man ihm immer den Raum zum Ausweichen geben! Nun beginnt man langsam, den Hund beispielsweise an der Brust oder am Hals zu kraulen, hält inne und beobachtet genau, was er tut. Das können kleinste Verhaltensänderungen sein.

Der Hund mag es nicht: Typische Körpersprache sind dann Abwehrmanöver wie beispielsweise leckt sich selbst die Lippen mehrfach, dreht ein wenig den Kopf weg, geht ein Stück von der Hand weg, weicht komplett nach hinten aus, geht ganz weg bis hin zu leisem Knurren oder gar ein Lefzen zeigen im Extremfall. Wenn es der Fellnase zu viel wird, gähnen, kratzen oder schütteln sich auch manche Vierbeiner bzw. werden körperlich ungewöhnlich steif.

Der Hund mag das Streicheln: Die Fellnase drückt sich an eure streichelnde Hand, dreht den Kopf euch entgegen, schaut euch intensiv mit Mandelaugen bzw. halb geschlossenen Augen an. Stoppt ihr das Kraulen, fordert der Hund es wieder ein, ist entspannt, legt sich vielleicht relaxed hin.

So kann man den eigenen Hund noch besser kennen lernen. Übrigens: Tiefe, entspannte Blicke gehören beim Hund zum Kuscheln dazu. Ganz im Gegensatz zum starren, fixierenden Blick beispielsweise als Drohgebärde, wenn ein fremder Hund beim Gassigehen entgegenkommt.

Wusstet ihr, dass sowohl Mensch als auch Hund das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin durch Berührungen ausschütten? Dieses baut Stress ab und erhöht das Vertrauen.

Wie viel Nähe braucht mein Hund? Liebt mich mein Hund?

Die meisten Menschen lieben es, mit ihrer Fellnase zu kuscheln. Doch, wie gesagt, nicht alle Hunde mögen es, eng gedrückt und gekuschelt zu werden. Das ist eben von Hund zu Hund sehr unterschiedlich. Es gibt dabei auch rassetypische Unterschiede. Ein Jagdhund oder Herdenschutzhund verhält sich dabei häufig anders als ein Gesellschafts- und Begleithund wie ein Pudel oder Chihuahua. Da steckt einfach der ursprüngliche „Job“ des Hundes tief in ihm drinnen.

Lieben Hunde auch ihren Menschen? Wenn man als Liebe bezeichnet, dass der Hund seinem Menschen vertraut, sich an ihm orientiert, sich ihm verbunden fühlt und sich für ihn interessiert, wenn er ihn ruft, und auch eigentlich andere Reize vorhanden sind – dann ja, auf jeden Fall. Hunde können auch beim Verlust ihres Menschen extrem trauern, gerade dann, wenn sie sich nicht „verabschieden“ konnten. Hunde können sich aber auch wieder auf einen neuen Menschen einlassen, wenn sie jemanden verloren haben oder gar zuvor keine guten Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Dazu braucht es menschliche Ruhe, Geduld und Liebe, denn Hunde sind sehr anpassungsfähig und feinfühlig, sonst würden sie nicht so eng mit uns zusammenleben können.

Wie zeige ich meinem Hund meine Liebe?

Wichtig für den Hund ist es, dass er Vertrauen zu seinem Frauchen oder Herrchen, seinem „Leittier“ – besser: dem Vorbild – im Rudel, hat. Der Mensch schafft das dadurch, dass sie oder er für seinen Hund klar im Handeln ist, Verantwortung und Führung übernimmt, dem Hund dadurch Sicherheit und Verlässlichkeit gibt. Das heißt nicht Strenge, Unterwerfung des Hundes oder gar Gewalt! Ist die oft betonte Rangfolge im Mensch-Hund-Rudel klar, dann unterwirft sich der Mensch beim nahen, körperlichen Knuddeln und Kuscheln auch nicht dem Hund. Richtig und wichtig ist es für den Hund schon, dass man ihn nicht zu vermenschlicht. Für Hunde ist es äußerst hilfreich, sich an Regeln und Strukturen orientieren zu können.

Denn: Hunde kuscheln auch im Hunderudel miteinander. Sie liegen beispielsweise eng beieinander, lecken sich Gesicht und Ohren, knabbern sich liebevoll an Lefzen und Hals… Eine Wonne, das dann zu beobachten, oder?

Belohnung ist wichtig, denn das leitet den Hund liebevoll durch sein Leben mit dem Menschen. Es zeigt ihm, was er echt super macht, und motiviert ihn dadurch zur Wiederholung. Im Training erfolgt das klassischerweise durch die Gabe eines Leckerlis im richtigen Moment oder durch die Belohnung durch Spielen. Aber auch eine Streicheleinheit kann eine wunderbare Belohnung für einige Fellnasen sein. Wichtig ist auch hier, ganz individuell herauszufinden, was genau der eigene Hund wirklich mag, ihn motiviert, und es dann maßvoll einzusetzen. Hundefutter als Liebesersatz einzusetzen, finden wir allerdings ein No-Go. Wir von Graf Barf möchten dafür da sein, dass ihr euren Hund artgerecht und gesund mit unserem Futter ernähren könnt, er genau das bekommt, was er braucht. 

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